Exkursion Freiburg 2016

Paten Exkursion 1516 Freiburg

Auf in den Süden. Wir fahren nach Freiburg!

Am letzten Novemberwochende 2015 war es wieder so weit: Die Patenfahrt stand an! Diesmal ging es nach Freiburg im Breisgau.

Wie gewohnt starteten wir am Freitag zu einer völlig studentenunfreundlichen Zeit um6:00 Uhr. Während die meisten Teilnehmer mit tiefen Augenringen und völlig übermüdet zum Treffpunkt taumelten, kamen einige munter angetrunken direkt von der letzten Party. Dann muss man sich mindestens nicht so früh aus dem Bett bewegen! Zu unserem größten Erstaunen waren alle Teilnehmer pünktlich. Alle, nein ein (kleiner unschlagbarer)Betreuer leistete der Pünktlichkeit erbitterten Widerstand und kam zu spät.

Sehr bald kam auch schon unser viele hundert PS starkes Monster angebraust. Gezähmt wurde dieses vom Busfahrer Peter. Da wir natürlich den kostengünstigsten Bus gebucht hatten, rechneten wir mit den üblichen offenen Fenstern und defekten Klimaanlagen. Jedoch war dies nicht der Fall. Sogar die Tankklappe des Busses blieb während der gesamten Fahrt zu.

Alle stiegen ein, setzen sich und schliefen sofort glücklich ein. Peter setzte die Sporen und der Bus fegte mit seiner Maximalgeschwindigkeit von 100km/h los. Nach nur zwei Stunden erreichten wir somit unser erstes Ziel: SEW Eurodrive, eine Firma irgendwo im ländlichen Nirgendwo bei Mannheim.

Da es frischen Kaffee und Butterbrezeln gab, war die Firma für alle Teilnehmer sofort sympathisch und wir wachten langsam auf. Dieser Eindruck wurde durch eine interessante Firmenpräsentation noch verstärkt und somit erfuhren viele zum ersten Mal von diesem sehr breit aufgestelltem Hidden Champion, der unter anderem Getriebe und Elektromotoren herstellt. Anschließend konnten wir in Kleingruppen die Produktion besichtigen und dort auch erste Tests zur Industrie 4.0 ansehen. Das wichtigste Detail hierbei sind wohl die autonom fahrenden Transportwagen, welche exakt so hoch sind, dass sie jedem Arbeiter in die Waden knallen können und dies dank der Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h auch recht schmerzhaft ist.

Anschließend freuten sich alle Teilnehmer auf die weichen Sitze im Bus und weiter ging’s Richtung Freiburg. Bevor wir jedoch in der Jugendherberge ankamen, hielten wir noch bei „Trumpf Hüttinger“, welche hier die Energieversorgungen für Laser- und Induktionswerkzeugen herstellt. Erneuter Kaffee führte zu erhöhter Aufmerksamkeit und eine gute Firmenpräsentation begann. Neben den Firmendaten und deren innovativen Produkten, erfuhren wir auch alles über die Firmeneigentümer, also (Nicola, Peter und Matthias), deren Kinder, Freunde und Haustiere. Bei der anschließenden Firmenbesichtigung konnten wir unter anderem das Induktionslabor sehen und erlebten eindrucksvoll, wie man einen halben Kilo Stahl in 2 Sekunden auf 750°C erwärmt. Zusätzlich konnten wir uns kurzzeitig wie Joda fühlen, als wir Aluminiumstücke in einer Spule schweben ließen.

Nach all diesen Eindrücken setzten wir unsere Reise zur Jugendherberge fort und dort konnte endlich entspannt werden. Für den Abend war wie aus dem Nichts in einer stadtbekannten Shot-Bar für uns ein Tisch reserviert und wir mussten dieser Reservierung ja, um des guten Eindrucks willen, nachkommen. Eigenartigerweise entschieden sich 4 chinesische Teilnehmer dazu, erst einmal zu schlafen und tauchten den gesamten Abend nicht mehr auf. Nachdem wir diese Bar für gut befunden hatten, setzten wir unsere Erkundungstour fort und der Abend wurde durch gute lokale Studentenpartys abgerundet.

Der Samstag begann mit einer Stadtführung. Hierbei sahen wir viele Details dieser sehr alten Stadt und insbesondere das Münster. Dieses war aufgrund der vielen Sitzgelegenheiten besonders faszinierend und somit blieben wir dort eine Weile. Während der Stadtführung erlitten wir jedoch auch unseren ersten Verlust. Eine Teilnehmerin fühlte sich nicht wohl und hatte deswegen auch sofort schon die Rückfahrt nach Darmstadt gebucht. Nach dem ersten Streich folgt der Zweite auch sogleich. Kurz darauf verlor eine andere Teilnehmerin ihr gesamtes Portmonee. Also hieß es ab zur Polizei. Dort wurden wir von einem Auszubildenden empfangen der sich durch seine besondere Kompetenz und Sachverstand auszeichnete. Die Pfeife benötigte zwei Stunden um die Verlustmeldung aufzunehmen. Währenddessen unterhielten wir uns nett mit ein paar Jugendlichen, welche gerade dabei waren einen Laptop abzugeben. Zusätzlich ergab eine spontane Fallstudie, dass Polizisten alle nicht lächeln können, Polizistinnen jedoch häufig sehr attraktiv aussehen und auch nicht lächeln können. Nach einer Ewigkeit war endlich unser Fall aufgenommen und just in dem Moment wurde das Portmonee gerade abgegeben. Der arme Finder vergaß nur dummerweise seinen Ausweis auf der Wache und wird wohl demnächst noch einmal vorbeikommen dürfen und seine Verlustmeldung aufgeben.

Während in der folgenden Nacht die Meisten von uns friedlich schliefen, war ein hartgesottener Kern emsig am Feiern. Nachdem so gegen 4:00 Uhr morgens auch der letzte Alkohol dissipierte, wurden alle anderen Zimmer freundlich aufgeweckt und nach Alternativen gesucht. Zur allgemeinen Trauer war jedoch kein Ersatz auffindbar und so behalfen sich die letzten beiden Überbliebenen mit der einzigen verbliebenen Flüssigkeit und sprangen in den bei der Jugendherberge fließenden Fluss. Was für eine Erfrischung. So nass und wohltemperiert!

So erfolgreich wie das Wochenende begann, wurde es auch beendet. Nach dem Frühstück holte uns Karl-Heinz mit seinem Vokuhila mit dem Bus ab. Was für eine Wonne endlich wieder so viele PS unter dem Sitz zu spüren. Auf der Rückfahrt hielten wir noch in Speyer und bestaunten von weitem den Dom. Keiner der mitgefahrenen Ingenieure interessierte sich auch nur im Entferntesten für die dort ausgestellten Flugzeuge. Auch die vielen alten Motorräder, Autos und vor allem die sowjetische Weltraumfähre Buran waren extrem uninteressant. Dummerweise konnten wir von weitem nur die wenigsten Motive in den Fensterscheiben des Doms erkennen, sind uns aber sicher, biblische Motive erkannt zu haben. Auch von der Plattform auf den Flügeln der in 15m Höhe aufgestellten 747 konnte man dies nicht wirklich erkennen. Enttäuscht rutschten wir frustriert die Rutsche aus dem Bauch des Flugzeugs herunter.

Anschließend fuhren wir auch das noch fehlende Stück nach Darmstadt und somit ging auch diese schöne Patenfahrt zu Ende und wir freuen uns auf die kommende Fahrt nach München.