Exkursion München - Patenprogramm

Das Patenprogramm in München

Exkursion Patenprogramm München
Gruppenfoto vor dem Deutschen Museum

Im November 2007 war unser Ziel Eurocopter in Donauwörth sowie das auch überall im Ausland bekannte München.
Am Freitag, den 30.11.2007, trafen wir uns um fünf Uhr morgens am Eingang des alten Hauptgebäudes. Wir, das waren acht Paten und siebzehn Austauschstudenten, die diesmal aus Ländern wie Spanien, Frankreich, Italien, Mexiko, Türkei bzw. den USA kamen.

Per Bus traten wir unsere Reise gen Süden an. Am Steuer saß Eric, ehemaliger Flugkapitän bei United Airlines sowie langjähriger Hubschrauberpilot. Unter der Haube unseres Vehikels befand sich ein 13 Liter Hubraum fassender und 580 PS starker Motor, der den MAN-Reisebus auf dem Nürburg-Ring bei ausgebauter Drosselung auf 180 km/h beschleunigt hatte. Da fühlten wir uns auf Anhieb sicher!

Um zehn Uhr erreichten wir das Eurocopter-Werk in Donauwörth, das sich geographisch gesehen am verlängerten Rücken der Welt befindet. Die Besichtigung begann mit einem einstündigen Vortrag über die Firmengeschichte, die hergestellten Hubschrauber sowie über Karriere-Möglichkeiten bei Eurocopter.

Im Anschluss folgte ein zweistündiger Rundgang durch die Firmenhallen. So konnten wir den Entstehungsprozess moderner Helikopter beobachten:

Verkleidungen und Verstrebungen werden aufwändig per Hand hergestellt, indem Mitarbeiter hauchdünne CFK-Prepregs in eine Form drapieren, wobei die jeweils genaue Lage der Prepregs durch an der Decke montierte Laser angezeigt werden. Anschließend härten die fertig drapierten Teile in vier Meter Durchmesser besitzenden Autoklaven aus. In den Montagehallen werden die so hergestellten FKV-Teile sowie Turbinen, Cockpit-Instrumentierungen und weitere Einzelteile zu kompletten Helikoptern zusammengesetzt, wie z.B. der Transporthubschrauber „NH90“ oder der ebenfalls von der Bundeswehr genutzte Kampfhubschrauber „Tiger“.

Das Ende der Werksbesichtigung krönte dabei ein Gratis-Essen in der Firmenkantine, dass sowohl warm, als auch lecker war, was man vom Mensaessen leider nicht immer behaupten kann.

(Die Erläuterungen zu den Faser-Kunststoff-Fachbegriffen befinden sich im Skript „Konstruieren mit Faser-Kunststoff-Verbunden“ von Prof. Schürmann)

Im Anschluss darauf fuhren wir weiter nach München. Gegen sechzehn Uhr erreichten wir unsere Unterkunft, das A&O Hostel in der Arnulfstraße. Nachdem wir eingecheckt und uns kurz von der langen Busfahrt erholt hatten, machten wir uns auf den Weg, München zu entdecken.

Unser erster Anlaufpunkt war das Augustiner Hofbräuhaus, in dem wir uns an in Holzfässern gelagerten Bier und typisch bayrischen Spezialitäten wie Semmelknödel und Schweinshaxen labten.

So gestärkt betraten wir die Kultfabrik, ein ehemaliges Industriegelände, welches nun die verschiedensten Diskotheken, Bars und Lounges beheimatet, und somit für jedermann das Richtige bietet. Frei nach dem Motto „Alles kann, nichts muss“ teilten wir uns in Gruppen auf und manövrierten jeweils in das uns passend erscheinende Etablissement.

Nachdem wir am darauf folgenden Samstagmorgen gefrühstückt hatten, begaben wir uns zum Viktoriaplatz, wo unsere gebuchte Stadtführung beginnen sollte. Unser Fremdenführer Markus wartete schon auf uns und so zeigte er innerhalb von zweieinhalb Stunden uns alles Sehens- und Wissenswerte der Münchner Altstadt.

So erfuhren wir, dass im Mittelalter Wein das bevorzugte alkoholische Getränk war. Erst durch einen einsetzenden Klimawandel wurde es zu kalt, um Weinreben in der Münchner Region anzupflanzen. So konnte nur noch die damalige „High Society“ sich den teuren Wein aus „Bella Italia“ leisten, der Pöbel musste auf Bier ausweichen. Dieses war jedoch anfangs so sehr verunreinigt, dass es immer wieder zu Todesfällen durch den Biergenuss kam. So wurde kurzerhand das Bayrische Reinheitsgebot ins Leben gerufen, wie unser Führer Markus nicht ohne einen gewissen lokalpatriotischen Stolz berichtete.

Unsere Tour führte uns unter anderem über den Viktualienmarkt, ins allseits bekannte Münchner Hofbräuhaus sowie zum Bayrischen Regierungssitz.

Zum Glück hatten wir die Führung auf Englisch gebucht, denn Markus sprach nur Hochdeutsch, wenn es unbedingt sein musste, und nur die wenigsten unter uns waren der bayrischen Sprache mächtig.

Gegen Mittag war die offizielle Stadtbesichtigung vorbei und so machten wir uns nun aufgeteilt in Gruppen auf den Weg, den Rest der Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Auf dem Programm standen unter anderem der Münchner Christkindlmarkt, das Olympiadorf, diverse Firmensitze bayrischer Automobilhersteller sowie das Erklimmen besonders hoher Kirchtürme, die einen zusätzlichen Überblick über München verschafften.

Gegen neunzehn Uhr trafen wir uns alle wieder in unserm Hostel, um gemeinsam das Abendprogramm anzutreten. Damit wir wieder zu Kräften kamen, stürmten wir das „Pasta e basta“, ein italienisches Restaurant, in dem man auch mit schmalen Geldbeutel annähernd satt wurde.

Für das anschließende Nachtleben trennten wir uns in einzelne Grüppchen auf, da es, wie wir aus vergangenen Exkursionen lernten, äußerst schwierig war, ein Etablissement zu finden, dass 25 Personen auf einmal Einlass gewährte und obendrein jedem gefiel.

Eine Gruppe verschlug es in eine Eckkneipe namens „X“, die sich fernab der Stadtmitte in einem ruhigen Wohnviertel befand. Diesen Schuppen bevölkerten vornehmlich jungen Leute und Studenten. Zusammen mit rockiger Musik, gemütlichen Sofas und günstigen Getränken sorgte dies für eine stimmige Atmosphäre, aus der wir uns erst spät in der Nacht lösen konnten.

Am darauf folgenden Sonntag war Abreisetag. Nachdem wir ausgecheckt und unser Gepäck im Reisebus verstaut hatten, fuhr uns Eric zum Deutschen Museum, in dem allerlei technische Erfindungen der letzten Jahrhunderte zu bestaunen gab. Wir wandelten unter anderem zwischen Flugzeugen, Automobilen, Satelliten Bergwerkstechnik und Maschinenbau typischen Anlagen umher. Dabei kam es uns des Öfteren gar nicht vor, antiquierte Museumsstücke vor Augen zu haben, sondern um hochmoderne Industrieapparate, da baugleiche Maschinen teilweise in den Maschinenbau-Hallen auf der Lichtwiese stehen und wir ja nur mit dem neuesten und besten ausgestattet sind.

Gegen fünfzehn Uhr machten wir uns auf den Heimweg. Eric fuhr uns dank zweier Navigationssysteme sicher zurück. Mieses, bayrisches Schmuddelwetter und kilometerlange Staus konnten uns nicht stoppen, sodass wir gegen 21 Uhr Darmstadt erreichten.

Nun hieß es, hurtig ins Bett zu gehen und dringend benötigten Schlaf nachzuholen, denn am nächsten Morgen wartete ja wieder die Uni auf uns.

Benjamin Krebs